Dipl.-Ing. Uwe Popp, Managing Director Apium Additive Technologies GmbH

Sondershow 3D-Druck auf der Motek 2021

Apium Additive Technologies aus Karlsruhe kommt mit dem Apium P220 3D-Drucker zur Motek. Dieser Drucker eignet sich zur industriellen Verarbeitung von technischen, Komposit- und Hochleistungsthermoplasten. Sie bieten bei geringen Stückzahlen einen wirtschaftlichen Vorteil und sind für thermomechanische, chemische, biologische und elektrische Anwendungen geeignet. Managing Director Uwe Popp will auf der Motek besonders KMUs ansprechen, die von diesen Materialien profitieren können.
 

Der 3D-Druck hat bereits etliche Produktionsbereiche erobert. Bitte nennen Sie uns einige Aspekte, die die Vorteile des 3D-Drucks verdeutlichen:

Der 3D-Druck hat vor allem hinsichtlich der Rüstzeit enorme Vorteile. Individuell angepasste Bauteile können in kurzer Zeit erzeugt werden. Vor allem in der CAM-Programmierung findet man hier enormes Einsparpotenzial. Im Hinblick auf die Fertigungsvorbereitung kommen normalerweise Vorrichtungen zum Einsatz. Diese sind im 3D-Druck entweder nicht notwendig oder werden in Form einer Stützstruktur miterzeugt. Letztlich ist noch die Materialersparnis bei der Bauteilerzeugung hervorzuheben, die allerdings die richtige Kenntnis des Anwendungsfalls und der Kräfte, die das Bauteil erfährt, voraussetzt. Dann können organische Bauteile schnell und kostengünstig erzeugt werden, die konventionell so nicht zu fertigen sind und einen wirtschaftlichen Vorteil mit sich bringen.
 

Welche Branchen profitieren besonders von der Technologie des 3D-Drucks?

Besonders die Branchen profitieren von der Technologie, die Kleinserien oder Sonderbauteile herstellen. Dazu können auch Ersatzteile zählen, Vorrichtungen, Halterungen und Gehäuse. In der Medizintechnik liegt besonders großes Potenzial, da wir Menschen uns in unserer jeweiligen Physis voneinander unterscheiden. Aus technischer Sicht kann die Luftfahrt mit Leichtbauteilen und geringen Stückzahlen vom 3D-Druck profitieren. Aber letztlich liegt die Profitabilität darin, wie gut die jeweiligen Unternehmen die Technologien verstehen und in ihre Produkte und Prozesse integrieren können. Wer sich hierbei aufgeschlossen zeigt, wird auch die versteckten Potenziale, die die Technologie für das eigene Unternehmen bereithält, entdecken und nutzen können.
 

Welche technologischen Hindernisse sind bei der Weiterentwicklung des 3D-Drucks zu überwinden?

Unserer Ansicht nach liegen die großen Hindernisse nicht in der Technologie, sondern vor allem im Umgang mit der Technologie. Die gelehrte fertigungsgerechte Bauteilauslegung ist im allgemeinen auf subtraktive Fertigung, also Zerspanen und Drehen, ausgerichtet. Zudem sind noch immer wenige Standards rund um die additive Fertigung etabliert. Diese Punkte lassen schnell darauf schließen, dass die Technologie noch nicht an dem Punkt ist, an dem sie sein sollte. Abgesehen davon liegen die größeren technologischen Potenziale, um die Technologie voranzutreiben, vor allem auf der Softwareseite.
 

Welche Zielgruppe sprechen Sie speziell mit Ihrem Unternehmen an?

Wir möchten auf der Motek vor allem KMUs ansprechen, da wir uns auf die additive Verarbeitung von Hochleistungsthermoplasten spezialisiert haben. Diese Materialien sind beständig bei thermomechanischen, chemischen, biologischen und elektrischen Anwendungen und bieten bei geringen Stückzahlen einen wirtschaftlichen Vorteil. Da die Materialien vielseitig einsetzbar sind, werden Zulieferer und Lohnfertiger den geeigneten Einsatz für ihre Kundenanforderungen finden.
 

Mit welchem Messe-Highlight kommen Sie zur „Sondershow 3D“ während der Motek/Bondexpo 2021 in Stuttgart?

Wir werden unseren Apium P220 3D-Drucker zur industriellen Verarbeitung von technischen, Komposit- und Hochleistungsthermoplasten vorstellen. Im Besonderen möchten wir dabei auf unser Carbonfaser-verstärktes PEEK aufmerksam machen, welches für eine Vielzahl von industriellen Anwendungen eingesetzt werden kann. Als Einsatzmöglichkeiten sehen wir Maschinenbauteile, Tiefziehwerkzeuge, Betriebsmittel, Gehäuse, Isolatoren, Komponenten im Umgang mit Vakuum, Gas und Flüssigkeiten aber auch für bewegte Bauteile und für mechanische Lager.

 

Der Apium P220 ist ein 3D-Drucker, der Thermoplasten in Draht- oder Filamentform verarbeitet. Das Gerät ist dank der patentierten Zonenheizung für die Verarbeitung von technischen, Komposit- und Hochleistungsthermoplasten bestens geeignet ist. Zudem handelt es sich um ein offenes System. Das bedeutet, dass auch fremde Materialien geladen und verarbeitet werden können. Vor allem auf die Prozesssicherheit wird großen Wert gelegt. Der Druckvorgang wird mit einer Kamera und Sensoren überwacht, die ermittelten Daten werden am Ende des Druckvorgangs in einem Dokument zusammengefasst. Somit sind einzelne Bauteile und deren Qualität rückverfolgbar. Letztlich zeichnet sich der P220 durch eine hohe Reproduzierbarkeit der Druckergebnisse aus. Als Antrieb werden Closed-Loop-Motoren verwendet, die eine hohe Wiederholgenauigkeit realisieren. (Bilder: Apium Additive Technologies)